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Was ist bio?

Der Begriff Bio bzw. Oeko steht für eine umweltfreundliche und artgerechte Lebensmittelerzeugung.

Die Gesunderhaltung von Erde, Wasser und Luft steht an erster Stelle. Es soll aktive Landschaftspflege betrieben werden, die natürliche Prozesse als Vorbildmodelle ansieht und versucht diese im Anbau umzusetzen. Die Erzeugnisse stammen aus einem weitesgehend geschlossenen Kreislauf (z.B. hofeigener Ackerbau liefert hofeigenen Tieren Grünfutter, Heu und Rüben etc., die tierische "Gegenleistung" ist die Jauche als Dünger für die Pflanzen).

Es wird verzichtet auf sämtliche chemische Stoffe (Farb-, Konservierungsstoffe, chemischer Dünger, Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, vorbeugende Pharmaka, Aufputschmittel, Wachstumsbeschleuniger, etc.), einzige Ausnahme : bei akuter Gefahr durch Krankheit kann chemische Medizin zur Gesundung verabreicht werden, zunächst sollte es jedoch mit natürlichen Arzneimitteln probiert werden. Trotz des Komplettverzichts auf Chemie, können derartige Rückstände in den Lebensmitteln nicht ausgeschlossen werden, da sie durch den natürlichen Kreislauf (saurer Regen, Radioaktivität, Pollen,...) damit in Kontakt kommen. Selbstverständlich ist jeglicher Eingriff in die natürlich genetische Struktur verboten.

Pflanzliche Produkte

Es werden nur Pflanzen aus anderen Bio-Pflanzen gezüchtet, d.h. sie werden direkt von den Pflanzen gewonnen (Triebe und Samen). Angebaut wird in standortgerechter Kulturenauswahl (also nur Pflanzen, die hier auch wirklich wachsen würden), in bestimmter Fruchtfolge und mit Mischkulturen, um eine optimale Versorgung mit Nährstoffen zu gewährleisten. Gedüngt wird nur mit organischem Dünger wie Grünpflanzen und Stallmist.

Da chemische Pflanzenschutzmittel abgelehnt werden, werden "Schädlinge" mit der Hand abgelesen oder natürliche Stoffe (z.B. Duftstoffe verschiedener Pflanzen)angewendet. Die Pflanzen werden nach der Ernte nicht präperiert (wie z.B. gewachst), sondern kommen entweder direkt in den Verkauf, werden eingefroren oder auf altherkömmliche Weise haltbar gemacht..

Tierische Produkte

Artgerechte Tierhaltung heißt ausreichend Platz für alle Tiere, die Möglichkeit sich frei zu bewegen und viel Aufenthalt in der freien Natur.

Das Futter stammt nach Möglichkeit aus eigenem Anbau des Bauern (natürlicher Kreislauf) und ist selbstverständlich auch ausschließlich biologisch hergestellt, sowie frei von Tiermehl, Antibiotika und Leistungsförderern.

Sozial

Obwohl es nicht Bestandteil der Gesetze für biologischen Landbau ist, wird dennoch oft auch nach sozialen Kriterien gehandelt. Frische Bio-Waren sind meist regional und bieten den einheimischen Bauern Absatzmärkte. Produkte aus dem Ausland (vor allem Tropenfrüchte, Kaffe, Kakao, Zucker, Tee, Reis) werden häufig "Fair Trade" gehandelt, d.h. nur so, dass Anbauer nicht ausgebeutet werden und ihr verdientes Gehalt bekommen (auf entsprechende Hinweise auf der Verpackung achten). Das ist zwar etwas teurer, dafür aber gerecht!

Ist Bio drin, wo Bio draufsteht?

Ist Bio drin, wo Bio draufsteht?

Leider fällt man leicht auf verheißungsvolle Namenskreationen der Industrie ein, die "integrierter Anbau", "kontrollierter Anbau", "umweltfreundlich", "artgerecht", "dynamische Landwirtschaft", "schonender Anbau", "(laut Gesetz) ohne Farb- und Konservierungsstoffe" und vieles anderes phantasievolles mehr versprechen. Doch alle diese Bezeichnungen stehen NICHT für ein reines Bio-Produkt.

Geschützt sind nur die Begriffe "bio" und "oeko", also auch "biologisch", "oekologisch", "kontrolliert biologischer Anbau (kbA)", "Oeko-Produkt", usw. Waren aus dem englisch-sprachigen Ausland tragen die Bezeichnung "organic".

Ganz sicher kann man sein, wenn auf dem Produkt eine DE- oder EU-Kontrollstelle verzeichnet ist (Z.B. DE-001-Oeko-Kontrollstelle). Die Zahl bezeichnet das unabhängige Institut, die die Hersteller dieses Bioprodukts zweimal pro Jahr (einmal angekündigt, einmal unangeküdingt) nach Einhaltung der Kriterien überprüfen. (Dabei fallen pro Jahr etwa drei Produzenten negativ auf). In Deutschland wurde kürzlich das neue Bio-Siegel eingeführt. Es garantiert ein reines Bio-Produkt nach den gesetzlichen Standards.

Auch die EU bemüht sich um eine EU-Weite Kennzeichnung von Bioprodukten. Zukünftig werden also innerhalb Europas alle Waren mit diesen Zeichen gekennzeichnet sein:

Gesetzliche Grundlagen

Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 des Rates vom 24. Juni 1991 über den ökologischen Landbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel (EG-Öko-VO). Gültig seit 01.01.1993 für pflanzliche Erzeugnisse und seit 24.08.2000 für tierische Produkte.

Bio-Verbände

Es gibt viele veschiedene Bio-Verbände, die innerhalb ihrer Mitglieder eigene Kriterien für ökologische Landwirtschaft umsetzen. Ihre Mitglieder dürfen dafür die Siegel dieser Verbände tragen, welche meist für besonders hohe Qualität sprechen, da oftmals nicht nur die Gesetze umgesetzt werden, sondern auch Kriterien darüber hinaus verlangt werden (z.B. soziale oder spezielle Naturkriterien). Einige dieser Verbände existieren schon mehere Jahrzehnte, wie etwa Demeter und Bioland, das heisst sie arbeiteten lange bevor es gesetzliche Richtlinien gab und können so ein lang gepflegtes natürliches Produkt anbieten. Weitere wichtige Verbände im AGÖL (Dachverband Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau) sind Gäa (ökologischer Landbauverband der neuen Bundesländer), Naturland, Ökosiegel, ANOG und Biopark.

Weitere Informationen zu den Anbauverbänden sind unter den Links zu finden.

Ist das nicht alles zu teuer?

Tja, Bio-Lebensmittel sind teurer als solche aus konventionellen Anbau, ABER... Logischerweise muss es ja teurer sein. Wenn das Bestreben der Industrie nach größtmöglichem Gewinn geht, also schnellstmöglich soviele wie möglich Erzeugnisse zu produzieren, kann darunter die Qualität nur leiden. Bio-Lebensmittel bedeuten einen erhöhten Arbeitsaufwand (z.B. Schädlingslese von Hand), Zeitaufwand (z.B. Verzicht auf Wachstumsbeschleuniger), erhöhte Kosten (durch ausschließliche Verwendung von Bio-Futter und Samen) und rundum einfach intensivere Pflege. Eine Arbeit, die Bauern leisten und somit auch bezahlt bekommen müssen. Ein Bio-Produkt MUSS also teurer als ein konventionelles Produkt sein, aber es ist mit diesem in der Qualität auch in keinster Weise zu vergleichen.

Zweitens musst du Bio-Lebensmittel als Investition wie etwa in Aktien betrachten, nur das der Gewinn nicht Geld ist, sondern Gesundheit und ein langes Leben. Du zahlst etwas ein und bekommst dafür etwas sehr wertvolles zurück. Was nützt das viele angesparte Geld im hohen Alter, wenn du zu krank bist es zu genießen? Es ist also etwas, was dir persönlich ganz viel bringt.

"Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Bach versiegt und der letzte Vogel verstummt ist, werdet ihr verstehen, dass man Geld nicht essen kann." (Weisheit der Cree-Indianer). Wen interessiert noch Geld, wenn wir keine Luft zum Atmen mehr haben? Wir müssen also auch an unsere Kinder denken, die ja auch ein Recht auf ein gesundes und natürliches Leben haben. Deswegen dürfen wir die Ressourcen nicht verschwenden und müssen schonend mit ihnen umgehen. Ein Einsatz also für ALLE Lebewesen auf dieser Erde, gemeinsam in gegenseitigem Respekt zu leben und für die Gesunderhaltung eines natürlichen Gleichgewichts einzutreten.

Viertens verzichten Menschen, die sich natürlich ernähren, häufig auf viele andere Industrieprodukte, allen voran natürlich übermäßiger Alkohol- oder Zigarettenkonsum, Fooddesignerzeugnisse wie Fertigprodukte oder FastFood, die auch teuer sind, dafür aber geringeren Nähwert haben. Insgesamt ist ihre Lebensweise meist sehr bewusst und somit wird Geld an Stellen gespart, an denen es unnötig wäre.

Und schließlich habt ihr mit der Food Coop die Möglichkeit Bio-Produkte wesentlich billiger als im freien Bio-Handel zu erhalten !!! Einige Erzeugnisse sind in der Food Coop tatsächlich preisgünstiger als konventionelle, da größere Mengen eingekauft werden und z.B. Möhren aus der Region keinen kostenverschlingenden Anfahrstweg haben.

Also Bio-Erzeugnisse sind teurer, ja, aber diese Mehrausgabe lohnt sich für den Konsumenten, die Bauern, sowie das gesamte Ökosystem.

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Zuletzt geändert am 16.01.2006 14:45 Uhr